
Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Mühlbach feiert 70-jähriges Bestehen und weiht Hochbehälter Zentral ein
Gleich zwei Anlässe führten am Freitag, 8. Mai 2026, zahlreiche Gäste nach Kälbertshausen, einem Ortsteil von Hüffenhardt: Der Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Mühlbach (ZV) feierte sein 70-jähriges Bestehen und weihte mit dem Hochbehälter Zentral zugleich das größte Bauprojekt seiner Verbandsgeschichte ein.
Wachstum mit Weitblick
Was 1956 als kommunaler Zusammenschluss begann, ist heute ein Verbund von 13 Mitgliedsgemeinden mit über 40 Ortschaften. Um die Wasserversorgung dauerhaft auf hohem Niveau zu sichern, gab der Zweckverband 2018 ein Strukturgutachten in Auftrag. Daraus erwuchs das größte Vorhaben der Verbandsgeschichte: ein neuer zentraler Hochbehälter mit 4.000 Kubikmetern Fassungsvermögen in Kälbertshausen. Von Baubeginn im Dezember 2023 bis zur Fertigstellung im Mai 2026 verlief alles termingerecht – weshalb Jubiläum und Einweihung nun zusammenfielen.
Ein Fest mit Ehrengästen aus Politik und Verwaltung
Mehr als 250 geladene Gäste kamen auf das Festgelände nahe dem Hochbehälter. Oberbürgermeister und Verbandsvorsitzender Sebastian Frei begrüßte darunter Regierungspräsidentin Susanne Bay sowie die Landräte Dr. Achim Brötel und Norbert Heuser; Bundesministerin Nina Warken hatte kurzfristig absagen müssen.
Frei dankte dem Team des Zweckverbands für die siebzigjährige Erfolgsgeschichte und würdigte die Mühlbachgruppe als „feste Größe in der Region". Besonderer Dank galt dem Regierungspräsidium Stuttgart: Die Förderung des Landes Baden-Württemberg – rund 74 Prozent für den ersten, 80 Prozent für den zweiten Bauabschnitt – habe das Projekt erst ermöglicht. Weitere Mittel fließen künftig in den Leitungsausbau, mit dem der Hochbehälter Zentral zum Herzstück der regionalen Wasserversorgung werden soll.
Bay erinnerte daran, dass sicherer Zugang zu Wasser keineswegs selbstverständlich sei und das Ergebnis jahrzehntelanger Planung – die Mühlbachgruppe erfülle diese Aufgabe der Daseinsvorsorge mit Kompetenz und Entschlossenheit. Landrat Dr. Brötel ergänzte, eine einzelne Gemeinde könne die heutigen Anforderungen kaum mehr allein stemmen – umso wichtiger seien interkommunale Lösungen wie der Zweckverband.
TSM-Zertifizierung: Zusätzliche Sicherheit für rund 82.000 Menschen
Im Rahmen der Feierlichkeiten überreichte Thomas Anders, Geschäftsführer der DVGW-Landesgruppe Baden-Württemberg, dem Zweckverband die Bestätigungsurkunde für das erfolgreich geprüfte Technische Sicherheitsmanagement (TSM) im Bereich Wasser.
Das TSM ist ein anerkanntes, unabhängiges Auditverfahren der Versorgungswirtschaft. Es bewertet, wie konsequent ein Versorgungsunternehmen technische Regelwerke im betrieblichen Alltag umsetzt – von der technischen Ausstattung bis zur systematischen Unfallvermeidung im laufenden Betrieb. Bereits im Mai 2025 hatte der Zweckverband die Bestätigung seiner erfolgreichen TSM-Zertifizierung erhalten; die Urkunde übergab Thomas Anders nun persönlich im Rahmen der Jubiläumsfeier.
Mit dem bestandenen Audit zählt der Zweckverband zu den kommunalen Versorgern mit nachweislich hohem Niveau an technischer Sicherheit, Arbeitsschutz, Prozessqualität und fachlicher Kompetenz – ein zusätzliches Sicherheitsversprechen für rund 82.000 Menschen im Verbandsgebiet. Geschäftsführer Alexander Freygang hatte sich bewusst für diese freiwillige, unabhängige Prüfung entschieden: Nur durch gelebte Transparenz lasse sich Vertrauen in eine langfristig verlässliche Versorgung stärken. Qualität und Sicherheit blieben oberste Priorität – auch dank der täglichen Arbeit des gesamten Teams.
Ein Netzwerk, das trägt
In seiner Rede zeichnete Geschäftsführer Alexander Freygang das Netzwerk nach, auf dem die Arbeit des Zweckverbands ruht: von den Gremien für Beschlussfassung und Beratung über die Ämter der Regierungsbezirke und Landkreise, planende Ingenieurbüros und ausführende Tiefbauunternehmen bis hin zu den Feuerwehren im Bereich Löschwasser und beteiligten Forschungsinstituten. Auch der Austausch mit anderen Wasserversorgern sei wichtig, um neue Impulse aufzunehmen. Freygang dankte allen Beteiligten – und mit besonderer Anerkennung seinem eigenen Team, auf das er sehr stolz sei.
Zudem gab er Einblick in die weitere Entwicklung: Mit der für 2028 geplanten Fertigstellung des Leitungsnetzes wird der Hochbehälter Zentral künftig an den Wasserturm Bad Rappenau angebunden – und von dort die Kundinnen und Kunden erreichen.
Der symbolische erste Tropfen
Mit einer Multimediashow und einem Drohnenflug in das Innere des Hochbehälters wurde der erste Wassereinlauf feierlich in Szene gesetzt – initiiert im Rahmen des Projekts „Azubi volle Power" der DVGW-Landesgruppe Baden-Württemberg durch Auszubildenden Benedikt Ehnert. Gemeinsam öffneten Verbandsvorsitzender Sebastian Frei, Geschäftsführer Alexander Freygang, Projektleiter Markus Hönig, Auszubildender Benedikt Ehnert sowie Ingenieur Dr.-Ing. Jochen Fritz (Fritz Planung GmbH) symbolisch den Wasserschieber auf der Bühne.
Rückblick mit Weitblick: Die Talkrunde
Unter dem Motto „Zurück in die Zukunft" eröffnete Alexander Freygang eine Talkrunde mit Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden, Zeitzeugen und langjährigen Mitarbeitenden. Der Blick zurück sei unerlässlich, um die Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten – von der Verbandsgründung 1956 bis heute wurden Stationen der Geschichte und die eine oder andere Anekdote lebendig.
Unterhaltung zum Ausklang
Für Heiterkeit am Abend sorgte Comedy-Redner Dr. Wegmann, augenzwinkernd angekündigt als Gastredner des „Instituts für Prozessoptimierung in der Wasserwirtschaft". Den musikalischen Abschluss gestaltete die SF-Band Schwarzach mit dem „Badener Lied".
Tag der offenen Tür: Blick ins Innere
Am Sonntag, 10. Mai 2026, öffnete der Zweckverband sein Festgelände erneut für die Öffentlichkeit. Mit Unterstützung der ortsansässigen Vereine war für Bewirtung, Musik und Unterhaltung gesorgt. Im Rahmen von Führungen erhielten Interessierte die seltene Gelegenheit, das Innere des Hochbehälters zu besichtigen – ein einmaliger Einblick, bevor die Wasserkammern befüllt werden. Über 1.200 Besucherinnen und Besucher zeigten das rege Interesse und die enge Verbundenheit der Menschen im Verbandsgebiet.







